Hypersensibilitaet

Konditionierung "Hypersensibilität"

Diese Konditionierung weist auf die typischen Krisenzeiten im Zusammenhang mit der Akzeptanz der gerade beginnenden Schwangerschaft hin: In dem Moment, in dem die Schwangerschaft als sicher wahrgenommen und bestätigt wird, löst sie damit - je nach sozialer Lage- Krisen aus, die sich zwischen Überfreude bis Abortversuch bewegen können. Eine zweite Zäsur findet häufig 3-4 Wochen später statt, - als normale Grenzen für einen "Nebenbeieingriff", - mit einer Funktion, wie bei der Entdeckung der Schwangerschaft; sie kann jedoch auch die erste physische Krise der Schwangeren anzeigen. Der Schwerpunkt des konditionierenden Prozesses ist zu Beginn der Schwangerschaft zu suchen. Es wäre sinnvoll, hierzu die Mutter zu befragen. Eine dezente Frageform wird im Interesse des Ergebnisses anempfohlen, zumal selbst unter günstigen Bedingungen nicht einschränkungslos damit gerechnet werden kann, daß die Befragte alles preisgibt. Insbesondere dann, wenn es sie moralisch belasten könnte, wie z.B. eine innere starke Abwehr gegen das Kind oder der Versuch, sich seiner zu entledigen. Es muß bei der Befragung aber auch noch berücksichtigt werden, inwieweit ein äußerer Einfluß, z.B. durch den Vater oder durch die Eltern auf die Schwangere massiv eingewirkt haben könnte.

Als Folge der Konditionierung könnte es zu einer Einbuße der Lebensfähigkeit kommen. Dies bedeutet auf der somatischen Schiene eine gewisse Infektbereitschaft, desgleichen eine reduzierte Genesungsfähigkeit. Auf der psychischen Schiene bedeutet dies eine gewisse Hypersensibilität gegenüber allem potentiell Gefährdenden, wobei der Maßstab dafür, was als gefährdend angesehen wird, sehr klein und damit hochempfindlich sein kann. Diese Eigenschaft drückt sich dann in typischen, angstbedingten Überreaktionen, beinahe hysteroiden Achtsamkeiten und der Bereitschaft aus, vieles auf sich selbst zu beziehen, obgleich es dafür keinen für andere ersichtlichen Grund gibt. Eine der Folgen aus einer solchen Konditionierung kann ein schwach ausgebildetes Selbstbewußtsein mit autoaggressiven Tendenzen sein.

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