Ich bin nicht sicher

Konditionierung: "Ich bin nicht sicher"

Das konditionelle Szenario zeigt im wesentlichen zwei, teilweise sich gegenseitig bedingende, teilweise sich gegenseitig hemmende Eigenschaften, die nicht in die eigentliche Konditionierung im sozialen Umfeld (perinatal und frühkindlich) angesiedelt sind, sondern vermutlich aus den genomen Eigenschaften des mütterlichen und/oder väterlichen Erbguts stammen. Es handelt sich um unausgewogene Animus-Anima-Funktionen, d.h. um ein gestörtes Spiel in den genetisch angelegten weiblichen und männlichen Psychoanteilen der Persönlichkeit des Patienten. Das vorliegende Profil zeigt, dass der Animaanteil eine dominante Rolle im Leben des Patienten spielt. Somit spielt die Empfindungswelt für ihn eine sehr starke Rolle, findet aber offenbar in der gegenwärtigen Lebensform nicht den angemessenen Ausdruck. Dies empfindet der Patient - hier mehr unbewusst- als eine wesentliche Einschränkung und Beschränkung seiner Lebensqualitäten. In der gleichen Weise aber scheint auch die Animusfunktion (Selbstbestimmung, intellektuelles Begreifen der Umwelt und Steuern der eigenen Lebendigkeit) nicht im Sinne eines freien Entwurfes durchgeführt worden zu sein, sondern vermutlich beschränkt und eingeengt worden zu sein, - durch äußere Vorgaben.

Die Konsequenz davon ist einmal ein Prioritätenkonflikt zwischen der intellektuellen Stringenz und der emotionellen Weitfeldigkeit und zum anderen eine Unsicherheit, aus welchen Gründen nun in dem einem oder anderen Falle der Lebensumstände gehandelt werden soll, d.h. welche Motive zur Handlung befähigen. Die daraus resultierende Unsicherheit ist weniger eine Unsicherheit im Patienten selber, sondern eine bezüglich der möglichen Wirkungen des Patienten nach außen, einschließlich der dann zu erwartenden Rückkopplungen. Der Patient empfindet sich also als im sozialen Umfeld deswegen unsicher, weil er keine deutlichen und einheitlichen Signale von sich gibt, die, wie er meint, die Umwelt in den Stand setzen, ihn gerecht zu beurteilen. Die Unsicherheit ist also eine direkte Angst vor der indirekten Rückkopplung des Wesens des Patienten in seiner Wirkung auf die Umgebung.

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