Ich bin sehr muede

Konditionierung: "Ich bin sehr muede"

Die Auswertung führt zu einer komplizierten Aussage, die nur auf zwei verschiedenen Ebenen interpretierbar ist: die eine Ebene betrifft das Erbgut, aus dem der Patient sich bildete und die andere die dazugekommene, erworbene, teilweise formende Erfahrung. - Von Seiten des Erbgutes scheint es eine Schwierigkeit hinsichtlich der basalen Fähigkeit gegeben zu haben, aus den eigenen Erfahrungen Verhaltensmuster zu erlernen und diese als Regel zum eigenen Handeln zu nehmen. Dagegen scheint der Patient sehr viel mehr bisher darauf angewiesen gewesen zu sein, sich solche Verhaltensmuster über Vorbilder oder über Zwänge von außen geben zu lassen, - sei es durch Erziehung oder durch Anpassung. Diese Konstellation wird dann zum Problem und möglicherweise auch zum Konflikt, wenn die grundsätzliche Haltung des Patienten, sich anderen gegenüber zu öffnen, zu seinem Nachteil gereicht, etwa dadurch, dass die anderen ihn ausnutzen oder vorsätzlich hinters Licht führen. Dies scheint der Fall gewesen zu sein, denn das Profil zeigt weiter, dass der Patient sich nicht mehr öffnen möchte, sondern verschlossen bleibt gegenüber dem, was ihm angeboten wird, so dass er zwar scheinbar an der Umgebung teilnimmt, in Wirklichkeit aber deren Impulse nicht in sich hineinlässt, möglicherweise aus Angst, weiter verletzt zu werden. Der Konflikt besteht nun einerseits zwischen einem Steuermuster, dass ihn "zwingt" sich zu öffnen und andererseits seiner Erfahrung, auf Grund derer er sich gezwungen fühlt, sich zu verschließen. Eine solche Situation entspricht im übertragenen Sinne einem Seilziehen mit zwei fast gleichstarken Mannschaften. Der Prozess der Entscheidung dehnt sich endlos und die Kräfte lassen nach.

Therapeutische Empfehlung: Auf die genome Struktur ist nur Einfluss zu nehmen, indem über die Gradale dem Patienten selbst klar wird, wer und wie er ist. Dann kann er gegebenenfalls damit umgehen lernen oder seine Probleme "umbauen". Der konditionelle Teil, d.h. die negative Erfahrung mit der Umwelt, kann nur dann verändert werden, wenn eine Umwelt geschaffen wird, in der wenigsten kurz- bis mittelfristig dem Patienten keine Verletzungen drohen, er sich also verstanden und aufgenommen fühlen kann und nicht auf der Hut sein muß, in eine Ausnützungsfalle oder dergleichen zu geraten. Wir können das auch positiv thematisieren durch die Frage: - "Wie möchte ich gerne leben",- "Wie möchte ich gerne mit anderen Menschen umgehen können", - "Wie möchte ich gern, dass andere Menschen mit mir umgehen" und - "Was möchte ich tun, um nicht mehr so (z.B. müde, …) zu sein".

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