Ich fuerchte die Gewalt

Konditionierung: "Ich fuerchte die Gewalt"

Die pränatalen Konditionierungen scheinen eine geringere Wertigkeit zu haben als die postpubertären. Im pränatalen Bereich scheinen kurze Auseinandersetzungen um die Akzeptanz des zu erwartenden Kindes einen schmerzhaften Eindruck auf die mütterliche Seele gemacht zu haben. Nicht auszuschließen ist, dass mit häuslichen und dilettantischen Mitteln ein halbherziger Abortversuch unternommen wurde, wobei die Mutter trotz des möglicherweise auf sie direkt oder indirekt ausgeübten äußeren Druckes das Kind zu verteidigen schien. Später scheint sich das Bild dergestalt zu ändern, dass die Mutter selbst, vermutlich durch äußeren Druck, das Kind nicht mehr will und ihre abortiven Bemühungen - ebenfalls dilettantisch - verstärkt. Mit der achten Woche kulminiert das Geschehen dann in einem etwas ernsthafteren Versuch. Es muß allerdings eingeräumt werden, daß diese Aborte auch mittelbar, also durch sozio-psychischen Druck, ausgelöst worden sein könnten. Erst nach der Pubertät findet offenbar die eigentliche, das Wesen des Patienten betreffende Traumatisierung statt. Das dazugehörige Ereignis ist nur als Funktion umschreibbar: Es muß eine Demütigung oder Enttäuschung stattgefunden haben, die den Glauben des Patienten an sich und seine Fähigkeiten praktisch eliminierte und zu einer fast unterwürfigen Haltung des Gehorchens oder wenigstens Anpassens aus dem Gefühl heraus führte, nichts zu sein und zu taugen. Die Folge davon könnte eine ungemein tüchtige Arbeitsleistung gewesen sein, in welcher der Patient seine Wunde kompensierte. Die Verletzung kann durch die Eltern erfolgt sein, oder sich im intimen, sexuellen Bereich abgespielt haben.

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