Ich habe Angst

Konditionierung: "Ich habe Angst"

Der Patient steht unter einem gewissen Druck (Zwang), sein Leben über den Ausdruck nach außen hin neu zu bestimmen, zu verstehen und zu fassen. Der Druck entsteht aus einem offenbar verdeckten Konflikt, der mit seiner eigenen Selbstdarstellung zu tun hat und gebunden ist an seine (geschlechtsunabhängige) weibliche, mütterliche Rolle, in der er offenbar nicht die Möglichkeit hatte oder wahrnahm, seine Fähigkeiten auszunutzen und sich daher unerfüllt oder auch schuldig fühlt. Dieses Konfliktfeld scheint in engem Zusammenhang zu seinem sozialen Rollenverständnis in der näheren und mittelbaren Umwelt zu stehen. Es ist, als müsse er diese Rolle im Verhältnis zu seiner Geschichte als mütterlicher, versorgender Mensch korrigieren und als mache ihm das erhebliche Schwierigkeiten, - die er mit Druck gegen sich selbst zu beseitigen trachtet.

Die zugrundeliegende Konditionierung dürfte zwischen zwei Momenten hängen: Das erste wäre die Enttäuschung der Eltern, dass er oder sie nicht so war, wie die Eltern sich das vorstellten, woraus sich Fehlverhaltensmuster ergaben, wie ebenso umgekehrt, dass die Eltern (oder besonders der Vater) das Kind nicht nach dem Geschlecht erzogen, was es hatte, sondern nach dem, was sich die Eltern vergeblich gewünscht hatten. Das zweite Moment ist eine möglicherweise vor oder während der Pubertät erfolgte Diffamierung der weiblichen Empfindensanteile, die der Patient vielleicht aber gerne ganz unmittelbar und unreflektiert erfüllt hätte, - unabhängig von seinem realen Geschlecht.

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