Lebensangst

Konditionierung: "Lebensangst"

Das Konditionierungsprofil zeigt zwei Schwerpunkte, die beide mit der Nichtakzeptanz der Schwangerschaft durch die Mutter zu tun zu haben scheinen. Subdominant ist dabei der wahrscheinliche Versuch anzusehen, das Kind im übertragenen Sinne zu "abortieren". Man kann davon ausgehen, daß die Mutter von der Tatsache der Schwangerschaft überrascht war und darauf negativ reagierte. Ein entschiedener Eingriff zum Zwecke des Aborts scheint nicht stattgefunden haben. Jedoch scheint es Auseinandersetzungen der Mutter mit ihrem sozialen Umfeld derart gegeben zu haben, daß von anderer Seite der Abort der Frucht vehement und mit psychisch starkem Druck auf die Mutter gefordert worden zu sein scheint. Auf der Grundlage dieser für die Mutter unangenehmen Begebenheit fand nun die zweite Traumatisierung der Mutter und somit auch des Kindes statt. Die Mutter geriet wahrscheinlich in eine entscheidende Krise, in der ihr bewusst wurde, welche Veränderungen das Kind in ihrem Leben mit sich bringen würde und in welcher Weise sie auf bestimmte Entwicklungen und Möglichkeiten würde verzichten müssen. Diese Krise scheint in der Mutter die Animus-Anteile stark gestresst zu haben und stellte sich als Rollenkonflikt nach außen dar: die Aufgabe des Mutterseins als Einschränkung einer nach außen gerichteten Karriere. Dieser Konflikt scheint tief gesessen zu haben und fand seinen Ausdruck in Aggressionen, die nach verschiedenen Seiten gerichtet waren und ein inneres Verwünschen der Schwangerschaft einschlossen.

Die Folgen für das Kind könnten sein: Grundsätzliche Lebensangst, vor allem vor dem, "was über jemanden gesagt" wird, was man sich anhören muß. Furcht vor Hinterrederei mit der Tendenz, es selbst aus Verteidigung zu tun. Spannung in der Definition des Selbstverständnisses in Abhängigkeit von der Geschlechtlichkeit. Probleme mit der geschlechtsspezifischen Rolle. Bedeutungsvoll kann dabei für den Patienten als Mann werden, dass er seine weibliche Empfindungsseite aus gesellschaftlichen Gründen unterdrücken muß, zumindest nicht in einer angemessenen Weise leben kann. Hier sollte therapeutisch eine kompensatorische Stütze aufgebaut werden, z.B. über Märchen, Kunst, Sozialengagement.

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