Praenatales und praebubertaeres Szenario

Konditionierung: "Praenatales und praebubertaeres Szenario"

Das Konditionierungsprofil zeigt dominante traumatisierende Einflüsse in der pränatalen Zeit, sowie in der Phase des präpubertären Verliebtseins. Die pränatalen Traumata sind typisch für un- und mittelbare Verletzungen im Zusammenhang mit dem Bekanntwerden der Schwangerschaft nach dem Ausbleiben der Periode und die damit aufgeworfenen Probleme, deren Spektrum von verbal begrenzter Ablehnung des künftigen Kindes bis zu Abortmaßnahmen reicht. Im vorliegenden Falle dürfte die soziale Indikation vorgeherrscht haben: Unzumutbarkeit des Kindes für den sozialen Ablauf der Betroffenen, was zumindest in der Psyche der Mutter eine heftige, aversive Reaktion gegen das Kind ausgelöst zu haben scheint. Ein physischer oder chemischer Griff an die Frucht ist hier nicht wahrscheinlich, wohl aber eine psychische Krise. In der Folge davon kommt es für das ungewollte Kind zu einer Schwächung der basalen Anlagen hinsichtlich der Kommunikationsfähigkeit mit anderen, der Abgrenzung zu ihnen und der Ausbildung einer eigenen sozialen Identität. Die zweite Traumatisierung hat mit eben dieser sozialen Identität zu tun, in dem Moment, in dem sie sich außerhalb des familiären und sozial mehr oder weniger erzwungenen Reaktionsbereichs, die Schule, etc. im individuellen Dialog bestätigen und bewähren müsste. Dieses ist offenbar nicht geschehen, so dass davon ausgegangen werden kann, dass in der Phase des präpubertären Verliebtseins Übergriffe oder Verletzungen auf die ohnedies schwache Sozialidentität stattgefunden haben, die ebenfalls traumatisierend wirkten. Zu denken wäre hier entweder an eine Art des seelischen oder körperlichen Missbrauchs oder an entsprechende, mit Erniedrigung oder Demütigung, durch Zurückweisung, zusammenhängende Symptome.

Die pränatale Konditionierung wirkt sich auf die Wahrnehmungsfähigkeit des Patienten insgesamt reduzierend aus. Es wird nach den Bedürfnissen des Verletzseins gefiltert: Das wird vor allem wahrgenommen, was die eigene Rolle im Verhältnis zur Umgebung und deren Wirkung auf die eigene Person betrifft. Die präpubertäre Verletzung dürfte sich auf das Sozialverhalten in seiner Spezifität als Geschlechtsverhalten ausgewirkt haben, indem das sexuelle Moment unterdrückt und mit einem Pflegemoment kompensiert wird.

Unless otherwise stated, the content of this page is licensed under Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 3.0 License